»Spurenlesen und Spurenlegen«
Literatur als Rätsel
und Wissensprobe
von Gabriele Wolff
„Lieber Leser,
weißt du, was das Wort Greenhorn bedeutet?“1 Karl May: Winnetou I. Band, Reprint
der ersten Buchausgabe von 1893, Bamberg 1982, S.7.,
so sprach mich, das zehn- bis elfjährige Kind, der Autor an, der
mich zeitlebens faszinieren sollte. Natürlich wußte ich
nicht, was ein Greenhorn war, aber der Autor klärte mich in der
Folge auf. Zunächst ganz sachlich, dann eher humoristisch. Daß
der Autor selbst, Karl May, kein Greenhorn war, merkte ich schnell:
„Ein Greenhorn hält ein Racoon für ein Opossum und
eine leidlich hübsche Mulattin für eine Quadrone.“2 Karl May: Winnetou I. Band, Reprint
der ersten Buchausgabe von 1893, Bamberg 1982, S.7.,
Gottlob halfen drei erklärende Fußnoten in der
Ausgabe des Karl-May-Verlages, die ich damals las, über die
größte Ratlosigkeit hinweg. Es nützte mir allerdings
wenig, zu erfahren, daß eine Quadrone ein Abkömmling von
einem Europäer und einer Mulattin sei, da ich den Begriff
„Mulattin“ ebenfalls nicht kannte. Ich mußte die
Lektüre unterbrechen und im Lexikon nachschlagen... Ich hätte
dem Autor gram werden können, aber er beruhigte mich schnell:
„Ein Greenhorn ist eben ein Greenhorn – – –
und ein solches Greenhorn war damals auch ich.“3 Karl May: Winnetou I. Band, Reprint
der ersten Buchausgabe von 1893, Bamberg 1982, S.8., Dann
konnte ja auch aus mir noch was werden! Schließlich ließen
meine schulischen Leistungen nichts zu wünschen übrig. Aber
nein, so einfach war die Sache dann doch nicht: „Ich glaubte
ganz im Gegenteile, ein außerordentlich kluger und erfahrener
Mensch zu sein; hatte ich doch, so was man zu sagen pflegt, studiert
und nie vor einem Examen Angst gehabt! Daß dann das Leben die
eigentliche und richtige Hochschule ist, deren Schüler täglich
und stündlich geprüft werden und vor der Vorsehung zu
bestehen haben, daran wollte mein jugendlicher Sinn damals nicht
denken.“4
Karl May: Winnetou I. Band, Reprint
der ersten Buchausgabe von 1893, Bamberg 1982, S.9.
Das war natürlich
noch viel interessanter: das Leben, das wahre, sollte sich also
zwischen den Buchdeckeln vor mir ausbreiten. Nach nichts dürstete
ich mehr! Ich folgte dem Greenhorn-Ich in den Wilden Westen und
freute mich darüber, daß sein überlegenes Wissen
seine Unerfahrenheit mehr als nur wettmachte. Da blieb mir der Mund
genauso offenstehen wie dem alten Westmann Sam Hawkens, als das Ich
nach kurzem Nachdenken über Spuren in der Prärie mit
allergrößter Sicherheit voraussagt, daß sich einer
der verfolgten Apatschen alsbald von den anderen trennen werde: »So
sagt mir, wie Ihr auf diese Idee kommt! Da werden Eure Bücher
Euch wohl gewaltig in die Irre geführt haben.«
»Das steht nicht
darin, sondern ich habe es mir selbst gesagt, allerdings nur
infolgedessen, daß ich diese Bücher sehr aufmerksam
gelesen und mich in ihren Inhalt sehr lebhaft hineingedacht habe.«5 Karl May: Winnetou I. Band, Reprint
der ersten Buchausgabe von 1893, Bamberg 1982, S.167.
Dazu zwang er mich auch,
der Autor, der zuvor seinem Mentor Hawkens gestanden hatte, später
einmal Bücher über seine Lebensreise-Erfahrungen schreiben
zu wollen, um der „Lehrer meiner Leser zu sein und mir nebenbei
Geld zu verdienen.“6
Karl May: Winnetou I. Band, Reprint
der ersten Buchausgabe von 1893, Bamberg 1982, S.153. Im Spurenlesen wurden er und
ich immer perfekter: eine Wissensprobe des Blutbruders Winnetou, der
ihn auffordert, die Spur seiner Schwester Nscho-tschi zu verfolgen,
die aber plötzlich verschwunden ist, besteht Old Shatterhand
grandios; Winnetou muß seine Schwester getragen haben, seine
Fußabdrücke sind tiefer als zuvor, und die abgeknickten
Zweige verraten, daß seine Arme nicht frei gewesen sein
konnten, sonst hätte er das Gesträuch vorsichtig zur Seite
gebogen. Winnetou spendet höchstes Lob:
»Mein
Bruder Old Shatterhand kann die Fährte eines Menschen nicht nur
mit den Augen, sondern auch mit den Gedanken lesen. Es gibt da fast
nichts mehr, was er noch zu lernen hat.«
»O noch sehr, sehr
viel,« antwortete ich. »Mein Bruder Winnetou sagt da ein
Lob, welches ich noch nicht verdiene; aber was ich noch nicht kann,
das werde ich noch von ihm lernen.«
Es war wirklich das
erste Lob, welches ich aus seinem Munde hörte, und ich gestehe
es, daß ich ebenso stolz auf dasselbe war, wie früher auf
ein gelegentliches Lob irgend eines meiner Professoren.“7Karl May: Winnetou I. Band, Reprint
der ersten Buchausgabe von 1893, Bamberg 1982, S.441.
Das Lesen der Spuren mit
den Gedanken habe ich bei May gelernt, und wende ich diese Kunst nun,
mit all dem Wissen, das man heute über May haben kann, gegen
ihn an, so berühren einen Sätze wie „hatte ich doch,
so was man zu sagen pflegt, studiert und nie vor einem Examen Angst
gehabt!“ und Wendungen wie „ein gelegentliches Lob irgend
eines meiner Professoren“ auf ganz besondere Weise. May hatte
nur ein Lehrerseminar besucht und lediglich Seminarlehrer
kennengelernt, und seine Engführung von Lesen, Lernen und
„Leben“, dem imaginären, beschreibt das Verfahren
des Autodidakten May, sich in Bücher „sehr lebhaft hinein“
zu denken, um die „Hochschule“ des Lebens gestalten zu
können, in der er dann als „Lehrer meiner Leser“
wirken kann, mehr als nur genau.
Rätsel, Fährten,
chiffrierte Botschaften, dunkle Geheimnisse, gegnerische Mordpläne:
mit immer größerer Virtuosität, mit frappierender,
stets auf überlegenem europäischen Wissen beruhender Logik
werden sie aufgedeckt, gelesen und entschlüsselt. Der „liebe
Leser“ ist gefesselt. Mays erster Verleger Fehsenfeld, „selbst
ein treuer Leser von Dr. Karl May“, hat sein eigenes
Leseerlebnis Karl May im Vorwort zu Bd. I im Jahr 1892 in zwei knappe
Sätze gefaßt: „Er [May] empfindet, denkt und
berechnet auf seinen Reisen wie wenige Seinesgleichen und zwingt den
Leser, mit ihm zu fühlen, mit ihm zu denken und zu berechnen.
Man lebt sich so in ihn hinein, daß man ganz und vollständig
sein Eigen wird.“ Daß May selbst dieses von Fehsenfeld
autorisierte Verleger-Vorwort formulierte8Karl May: Durch Wüste und Harem, Reprint der ersten Buchausgabe von 1892,
Bamberg 1982, Vorwort, 1. und 2. Seite, unpaginiert; Autorschaft
Mays in: Dieter Sudhoff/Hans-Dieter Steinmetz: Karl-May-Chronik Band I, Bamberg Radebeul 2005, S.427, belegt die erstrebte Übereinstimmung der Seelenlage von Autor und Leser.
Einer, der als
Jugendlicher ebenfalls „ganz und vollständig“ Mays
„Eigen“ wurde, war der Autor Arno Schmidt. Passagen wie
diese aus Winnetou III hatten es ihm angetan: Old Shatterhand reist
inkognito, in seiner Lieblingsverkleidung als Greenhorn, deutscher
Bücherschreiber, bekennender Schützenkönig, ein Mann,
der schon deshalb nicht Old Shatterhand sein kann, weil seine
„Händchen“ so „zart und weiß wie die
Hände einer Lady“ sind, so daß dem erfahrenen
Westmann Fred Walker sofort klar ist, „daß Ihr nur mit
Papier umgeht und keine andere Waffe kennt als den Gänsekiel.“.
9Karl May: Winnetou III.
Band, Reprint der ersten Buchausgabe von 1893, Bamberg 1982,
S.367
Wie wahr: aber reichen
diese Waffen nicht aus, um im Wilden Westen – sprich im Reich
der Fiktion – zu bestehen? May beweist es einige Seiten später.
Aufgerissene Schienen zwingen den Zug, mit dem Old Shatterhand und
sein Begleiter in Richtung Westen dampfen, zum Anhalten.
›Railtroublers‹ haben den unmittelbar davor fahrenden
Zug überfallen, und unser Held untersucht nun die Spuren, die
die Verbrecher hinterlassen haben. Während er an der richtigen
Stelle sucht und fündig wird, kehrt der erfahrene Westmann mit
leeren Händen bzw. Geist zurück...
„»Vielleicht
hat das 'Greenhorn' bessere Augen gehabt als Ihr, Master,«
antwortete ich lächelnd. »Warum sucht Ihr hier auf der
linken Seite nach Spuren? Ihr wollt ein alter, erfahrener
Savannenläufer sein und seht doch nicht, daß sich das
Terrain hier rechts viel besser zu einem Lagerplatze und Versteck
eignet als links da drüben, wo fast gar kein Buschwerk zu sehen
ist.«
Er blickte mir sichtlich
überrascht in das Gesicht und meinte dann:
»Hm, diese Ansicht
ist nicht übel! So ein Büchermacher scheint doch zuweilen
einen guten Gedanken zu haben. Habt Ihr etwas gefunden?«
»Ja.«
»Was?«
»Dort hinter den
wilden Kirschensträuchern haben sie gelagert, und dahinten bei
den Haselbüschen standen die Pferde.«
»Ah! Da muß
ich hin, denn Ihr habt doch nicht die richtigen Augen, um zu sehen,
wie viele Tiere es gewesen sind!«
»Es waren
sechsundzwanzig.«
Wieder blickte er mich
mit einer Gebärde der Ueberraschung an.
»Sechsundzwanzig?«
fragte er ungläubig. »Woraus erkennt Ihr das?«
»Aus den Wolken
jedenfalls nicht, sondern aus den Spuren, Sir,« lachte ich.
»Von diesen sechsundzwanzig Pferden waren acht beschlagen und
achtzehn unbeschlagen. Unter den Reitern befanden sich dreiundzwanzig
Weiße und drei Indianer. Der Anführer der ganzen Truppe
ist ein Weißer, welcher mit dem rechten Fuß hinkt; sein
Pferd ist ein brauner Mustanghengst. Der Indianerhäuptling aber,
der bei ihnen war, reitet einen Rapphengst, und ich glaube, daß
er ein Sioux ist vom Stamme der Ogellallah.«“
10Karl May: Winnetou III.
Band, Reprint der ersten Buchausgabe von 1893, Bamberg 1982,
S.370
Natürlich ist der
wackere Westmann zunächst einmal gebührend sprachlos ob
dieser Sherlock-Holmes-Vorstellung. Als er seine Sprache
wiederfindet, fällt ihm nur eins ein:
„»All
devils!« rief er endlich. »Ihr phantasiert wohl, Sir?«
„»Seht selbst nach!«
antwortete ich trocken.“
11Karl May: Winnetou III.
Band, Reprint der ersten Buchausgabe von 1893, Bamberg 1982,
S.371
Old Shatterhand hat nicht
nur recht; in der Folge beweist er dann noch über mehrere
Seiten, daß seine Behauptungen scharfsinnig-logische
Schlußfolgerungen aus der Spurenlage sind.
„Großbarmabas“
nannte Arno Schmidt im Jahr 1962 diesen Old Shatterhand, um dann
ebenso scharfsinnig wie jener den Schluß – von sich auf
andere? – zu ziehen, „wie er für MAY zweifellos eine
‹Überkompensation› gewesen sein wird; die
autosuggestive Maske einer Überlegenheit, über deren
Gegenteil er in Wirklichkeit zu verfügen hatte. Daß er
damit einer ganzen Nation das offzinelle Wunschbild gegen
ihren Inferioritätskomplex geliefert zu haben scheint, steht
ebenso fest; denn das ist ja das Allernachdenklichste, wie jene
Possen dem ‹Deutschen Menschen› so endlos=genau gepaßt
haben, (und immer noch passen) : diese nulle Sprache; diese
liederlich zusammengekleisterten ‹Handlungen› (in
Wahrheit stochastisch montierte, stereotypste Situationen :
Gefangennahme & Entweichung; Schützenkünste &
Spurenlesen; ‹Jagdhiebe› & Skalpnehmereien); [...]
Immerhin hat MAY seit 80 Jahren die Hirne von einigen 100 Millionen
Menschen wacker in infantiler Vernebelung erhalten helfen : bei den
gerührten Erwähnungen seines Namens, die sich bei fast
allen deutschen Autoren finden, (auch in meinen Büchern,
zugegeben; da freilich fast nur als Witze), handelt es sich meist um
unverbindliche Jugendreminiszenzen.“.
12Arno Schmidt: Sächsischer Janus. (Am 30. März, vor 50 Jahren, starb Karl May), in: Bargfelder Ausgabe, Werkgruppe III/4, Zürich 1995, S.193
Es dürfte sich doch
eher um verbindliche Jugendreminiszenzen handeln, und der
May-geschulte Spurenleser, der seine Leküre auf die Werke Freuds
ausgedehnt hat, ahnt in dem Witz, als der May in Schmidts Büchern
vorkommt, ersparten Gefühlsaufwand... Denn Schmidts großmäulig
Ich-sagende Helden, die auch gerne „trocken“ antworten,
ihre intellektuelle Überlegenheit unter der Maske des kleinen
Angestellten oder im Rollenspiel zunächst verbergen, bevor sie
ihre Grandiosität nicht nur dem Leser, sondern auch dem
Nebenpersonal der Handlung, bloße Stichwortgeber und Publikum
wie das May’sche Nebenpersonal, offenbaren, haben ihre
unbestreitbaren Vorbilder. Und die „‹Handlungen›“
in Schmidts Werk sind tatsächlich ebenfalls „in Wahrheit
stochastisch montierte, stereotypste Situationen“ : der einsame
geistige männliche Mensch in einer feindlichen Welt, fast
ausnahmslos mit der Frage beschftigt, ob er SIE kriegt oder
nicht. Doch seine Pärchen kriegen sich nicht. Nicht wirklich.
Überdies hat May
Schmidt zum Spurenleser ausgebildet (vom Spurenleger Schmidt,
der eine verschworene Gemeinde bis zum heutigen Tage mit der Suche
nach der Herkunft der von ihm eingeschmuggelten und nicht
gekennzeichneten Zitate beschäftigt, schweige ich in diesem
Zusammenhang). Wie eifrig er autobiographischen Hintergründen,
Plagiaten und Schnitzern in den Büchern der Großen
nachjagte – nicht zuletzt wandte er die Kunst des Spurenlesens
gegen den „Alten“ selbst an, wie er May im Briefwechsel
mit Hans Wollschläger habituell bezeichnete: In ›Sitara
und der Weg dorthin‹ entdeckte er bei May „Eine Welt,
aus Hintern erbaut / Allgemeines über S=Tarnungen. /
Beobachtungen im Dunkelfeld.“, so der Inhalt von „§
15“,13Arno Schmidt: Sitara und der Weg dorthin Eine Studie über Wesen, Werk &
Wirkung KARL MAY’s, in: Bargfelder Ausgabe, Werkgruppe III/2, Zürich 1993, unfoliiertes Inhaltsverzeichnis
dieses Buches, mit dem er (in Winnetous
bereits zitierten Worten) belegt, daß er „die Fährte
eines Menschen nicht nur mit den Augen, sondern auch mit den Gedanken
lesen“ kann. Mays literarische Spuren –
Landschaftsbeschreibungen, äußere Erscheinungsformen der
Nebenfiguren, ihre ständigen Redensarten, die Freundschaft
zwischen Winnetou und Old Shatterhand, Sprachwendungen – führen
zu dem mittels intellektueller berlegenheit gewonnenen Beweis,
daß Mays von expliziter Erotik freies Werk der Reiseerzählungen
Ergebnis einer Verdrängungsleistung sei, die homosexuelle
Regungen ihres Verfassers tarne. „»All devils! Ihr
phantasiert wohl, Sir?«
»Seht selbst
nach!«“, könnte Schmidts trockene Antwort lauten.
Mays Romane jenseits der
simplen äußeren Fabel auszudeuten, lud Schmidt seine Leser
in ›Sitara und der Weg dorthin‹ mit folgendem
verräterischen Lockruf ein: „Zumindest wäre es eine
Übung für den Scharfsinn, im ‹Spurenlesen›,
wie der Alte selbst es, preisend mit viel schönen Reden,
überflüssig gern & häufig vorgeführt hat.“14Arno Schmidt: Sitara und der Weg dorthin Eine Studie über Wesen, Werk &
Wirkung KARL MAY’s, in: Bargfelder Ausgabe, Werkgruppe III/2, Zürich 1993, unfoliiertes Inhaltsverzeichnis S.98
Für ihn selbst war es jedenfalls mehr als nur das, wie er
gegen Ende seiner May-Studie gesteht: „Wir finden allmählich
in Büchern mehr, als in der Natur oder in Menschen. Und zumal
das an=studieren von umfangreichen Wortwelten kann die gleiche
Bereicherung hinsichtlich Scharfsinnsübung, Einsichten &
Erregungen, kurz echte innere Erfahrungen ergeben.“
15Arno Schmidt: Sitara und der Weg dorthin Eine Studie über Wesen, Werk &
Wirkung KARL MAY’s, in: Bargfelder Ausgabe, Werkgruppe III/2, Zürich 1993, unfoliiertes Inhaltsverzeichnis S.267
Das Aufspüren von
drei weiteren Lesemodellen – dem sexuell konnotierten, dem
autobiographischen und dem mystisch-spiritistischen – hat
Schmidts May-Lektüre bereichert. Denn an der Textoberfläche
liefere jener „im Grunde“ (nur, hat der Leser hier
einzufügen) „plump=exotische Kriminalromanzen.“ 16Arno Schmidt: Sitara und der Weg dorthin Eine Studie über Wesen, Werk &
Wirkung KARL MAY’s, in: Bargfelder Ausgabe, Werkgruppe III/2, Zürich 1993, unfoliiertes Inhaltsverzeichnis S.242
* * *
Womit wir beim
Kriminalroman wären, ein Genre, das die Elemente des
existenzbedrohenden „Abenteuers“ und der
rational-logischen „Berechnungen“ der Spannungsromane à
la May und Verne übernommen und nur insoweit variiert hat, als
Wirklichkeitssimulationen an die Stelle von exotisch-romantischen
oder zeitentrückten Reisen getreten sind. In den Road-Movies
polizeiferner Privatermittler, die von Station zu Station getrieben
werden, die sich immer weiter vom Gewohnten entfernen, die mit
sozialer ›Fremdheit‹ in der Nähe der eigenen
Umwelt konfrontiert werden oder die es in fremde Länder und
Erdteile verschlägt auf der weltumspannenden Täter-Suche in
den Zeiten der Globalisierung, wird sogar noch die bunt-exotische
Kulisse der abenteuerlichen Reise zitiert. Das äußerst
erfolgreiche Subgenre des Mittelalter-Krimis belegt, daß die
Zauberformel Mays immer noch gilt: „Man sieht, daß ich
ein echt deutsches, also einheimisches, psychologisches Rätsel
in ein fremdes orientalisches Gewand kleide, um es interessanter
machen und anschaulicher lösen zu können.“
17Karl May: Mein Leben und Streben, Vorwort, Anmerkungen, Nachwort, Sach-,
Personen- und geographisches Namensregister von
Hainer Plaul, Hildesheim New York 1975.
Die Geburt des
Kriminalromans aus dem Geiste des aufgeklärten Abenteuerromans
also? Das ist keine durchdachte Theorie. Autoren brauchen keine
Theorien, sie finden ihr Genre, ihre Sujets und ihren Stil durch
praktische Erprobung, durch Versuch und Irrtum im Rahmen oft
jahrelanger Schreibversuche. Theoretisierende Rückblicke auf
ihre Arbeit, auf ihr So-Gewordensein, auf ihre Stellung im
Gesamtkosmos der Literatur riskieren sie dennoch, auch wenn ihre
regelmäßig unakademischen Formulierungen einer Poetik
oftmals nur den individuellen Weg nachzeichnen, den sie als
Schriftsteller genommen haben.
Mein Weg führte,
jedenfalls im gern sinnstiftenden Rückblick, sehr geradlinig von
der kindlichen May-Lektüre zum jugendlichen Schreibbeginn -:
Achja, der „Lehrer meiner Leser“ sein und „mir
nebenbei Geld zu verdienen“, später tatsächlich
nebenbei zum nährenden Brotberuf der Staatsanwältin, die
die Spuren fremder Lebensschicksale und Handlungen aus den Akten
rekonstruiert und zu einer stimmigen ›Geschichte‹
umschreibt. Die Kreativität, die zuvor zur Produktion einer
Vielzahl von Textsorten geführt hatte, die mich allesamt nicht
befriedigten, wurde mit Beginn der Berufstätigkeit im Jahr 1985
im Nachvollziehen des Aktenstudiums gebunden. Aber die Arbeit in
einem hierarchischen System, die Fremdbestimmung durch die
Aktenvorlage nach Buchstabenzuständigkeit, auch das nicht
seltene Scheitern bei den Versuchen, disparateste Puzzleteilchen zu
einem Bild zu fügen, führten mich schon nach wenigen Jahren
in den freieren Raum des fiktionalen Schreibens.
Denn nun wußte ich
plötzlich, nach langer Übung im Spurenlesen, wie und wo ich
Spuren legen konnte. Im Kriminalroman nämlich, der die
Anteilnahme des Lesers mit nahezu identischen Methoden wie die
Abenteuerromane Mays hervorrufen will, die mich einst lehrten, was
Literatur bedeuten kann. Nicht nur ›Whodunits‹
enttäuschen, wenn lediglich plötzliche Intuitionen der
Helden oder unmotivierte Geständnisse der Täter die Lösung
evozieren; auch Psychothriller werden vom Leser immer dann als bloße
Effekthascherei empfunden, wenn die Bedrohungssituation und/oder die
Gewalttaten letztlich nicht auf Psycho-Logik zurückgeführt
werden können. Im Psychothriller stellt sich die Welt als
Deutungsangebot und menschliches Verhalten als Rätsel dar, das
entschlüsselt werden will. Kurz: der Kriminalroman (sofern er
nicht dem Genre ›Noir‹ zuzurechnen ist, das die oft
obsessive Darstellung von Gewalt, Metapher für das Chaos der
Welt, als Stilmittel und Gegenstand genügen läßt und
Sinn nicht einfordert) ist und bleibt ein Kind der Aufklärung.
Spurenlesen und Spurenlegen gehören zwingend dazu.
Ein Kriminalroman der
jüngsten Zeit, der mit dem deutschen Krimipreis 2006
ausgezeichnete Roman ›Todesmuster‹18Norbert Horst: Todesmuster, Wilhelm Goldmann Verlag, München 2005, von
Norbert Horst, einem Kripobeamten, verläßt sich ganz und
gar auf die Faszination des Spurenlesens und auf das Temperament
einer Ich-Figur, durch deren Herz und Hirn die Außenwelt
gefiltert und dem Leser in einer höchst individuellen
Figurensprache präsentiert wird. Wie Old Shatterhand aus
Hufspuren, Pferdehaaren und kleinen Farbspritzern Hinweise auf die
Identität der Verbrecher gewinnt, so steht am Anfang des Falles
in ›Todesmuster‹ eine bedeutsame Spur. Ein zerstörtes
Vorhängeschloß, Blutspuren in einem alten Stollen,
Exkremente, Ringe in der Wand, eine Flasche, Haare. Hier könnte
ein Verbrechen geschehen sein, lautet der schlüssige Verdacht,
also wird auch das Gelände um die alte Mine untersucht. Die
Zusammenschau und forensische Untersuchung aller Spuren führen
das Bild der bestialischen Tötung eines jungen Mannes mit langen
blonden Haaren vor Augen. Täter, Opfer und Motiv sind unbekannt,
die Leiche wird bei der Absuche des Geländes nicht gefunden.
Dieses Szenario wirkt schon deshalb so beklemmend und angsterregend,
weil die winzigen objektiven Fakten, aus denen es komponiert ist, der
nachvollziehenden Phantasie (der des Kommissars wie der der Leser)
Raum lassen, sich die Tat vorzustellen. Und auch am Ende der
routiniert, kompetent und logisch geführten Ermittlung, die den
Täter systematisch einkreist, sind es nur Spuren, die den
schweigenden, unter der Last seiner Geschichte zusammenbrechenden,
Verdächtigen überführen: übereinstimmende
DNA-Profile der Blutspuren am Tatort und im Kofferraum des von ihm
zur Tatzeit benutzten PKW. Alte Akten geben einen Einblick in die
durch Gewalterfahrung zerstörte Kinderseele des Täters,
der, Wiederkehr des Immergleichen, das Muster der väterlichen
Mißhandlung wiederholt und zu Ende geführt haben muß
– aber auch diese psychologische Deutung des Geschehens ist
bereits eine Leistung des anteilnehmenden Lesers, der die
entsprechende Spekulation des Helden akzeptieren oder für sich
selbst ablehnen kann.
Für meinen
aktuellen Kriminalroman ›Ein dunkles Gefühl‹19Gabriele Wolff: Ein dunkles Gefühl, Haymon Verlag, Innsbruck 2006 habe ich die entgegengesetzte Variante gewählt: Kommissarin
Friederike Weber hat es mit einer Leiche zu tun, die es eigentlich
nicht geben dürfte. Denn ein junger gesunder Mann stirbt nicht
einfach so. Die vollkommene Abwesenheit von Spuren, die diesen
unnatürlichen Tod erklären könnten, bildet das Rätsel,
das auch die objektive Wissenschaft nicht lösen kann. Zwar kann
der Pathologe nachweisen, daß sich im Blut des jungen Mannes,
eines Germanistikstudenten, Spuren eines Antidepressivums befinden;
dessen Dosis aber hätte nicht ausgereicht, einen gesunden
Menschen zu töten. Der Student litt allerdings unter einer
Herzmuskelentzündung, die seine Tablettenempfindlichkeit letal
erhöhte. War ihm selbst oder einem potentiellen Täter diese
Vorerkrankung bekannt? Aus welchem Grund nahm er das Mittel ein –
oder wurde es ihm verabreicht? Wer war dieser Student namens
Markus Vierling? Die erste Spur ist eine literarische. Ein
romantischer Text ziert eine Wand seiner Wohnung, in dem es um das
„dunkle Gefühl“, die Ahnung von einem „höheren
Sein“ geht, Hoffnung auf und Sehnsucht nach Transzendenz gehen
einher mit der Melancholie angesichts des besinnungslosen
Weltgetriebes, an dem Anteil zu nehmen dem Ahnungsvollen nicht mehr
möglich ist. Belegt der Text also nun die Suizidtheorie oder die
Lebenslust des suchenden Träumers? Das Bild des jungen
Studenten, wie es sich nach den Befragungen seiner
Nachhilfeschülerin, des Nachbarn und seiner Mutter gegen Ende
des ersten Kapitels ergibt, schwankt zwischen extremen, einander
ausschließenden Polen – damit ist das Thema gesetzt.
Welche Spuren hinterläßt das Leben eines Menschen? Wie
läßt sich Wahrheit ermitteln, die nur in Erinnerungen,
Wahrnehmungen, emotional gefärbten Reaktionen auf Wirklichkeit
besteht? Sind Menschen überhaupt wahrheitsfähig oder
brauchen sie zum Überleben nicht Literatur, Illusion und die
Liebe, die vielleicht ganz oder zum größten Teil aus
Nicht-Realität besteht?
Für mich war die
gedankliche Spurensuche immer spannender als diejenige, die sich als
simpler logischer Schluß aus einer unbezweifelbaren Tatsache
ergibt. Die Beweiskraft von Tatsachen wird gemeinhin überschätzt:
DNA-Spuren an einem Zigarettenstummel am Tatort belegen bloß,
daß eine von der Person, zu der die DNA gehört, gerauchte
Zigarette an den Tatort gelangte. Ob sie ein böswilliger Mensch
zur Verdachtserregung dorthin placierte oder ob sie überhaupt
zur Tatzeit und nicht etwa davor oder danach dort abgelegt wurde, muß
auf konventionelle Art und Weise ermittelt werden. Nicht nur die
objektiven Tatsachen, auch die explizit beschriebene Spur der
Handschrift eines Mörders hat mich niemals interessiert. Der
Serienmörder, auf dessen Handschrift es ankäme, ist eher
ein Geschöpf der Literatur als eines der, jedenfalls deutschen,
Wirklichkeit, sehen wir mal von Serientötungen durch
Pflegepersonal in Krankenhäusern und Altenheimen ab. Und die
explizite Beschreibung einer grausamen Tat – die Leiche als
Spurenträger – zielt regelmäßig nur auf
Schockeffekte ab. Die originäre Spannung, die sich aus dem
Mitgefühl an dem Schicksal des Opfers speist, wird mit diesem
Mittel nicht zu erzeugen sein.
Die Beschreibung eines
Kreideumrisses auf einer Kellertreppe, verbliebene Glassplitter einer
Flasche, die wohl das Tatwerkzeug gewesen war, dunkle Flecken in
Kopfhöhe der Umrisse, eine Filmverpackung des Polizeifotografen
– so untertourig-diskret habe ich einmal die Spuren des
gewaltsamen Todes einer Freundin der Heldin beschrieben;20Gabriele Wolff: Rote Grütze, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a.M. 1994,
S.100 in der Hoffnung, daß nicht nur die Heldin bei diesem Anblick
von ›Mitleid und Schrecken‹ bewegt werde, sondern auch
der Leser, der die Ermordete zuvor kennenlernen durfte und sie
vielleicht so sympathisch finden konnte wie die Heldin. Den Rest
erledigt die Phantasie, die die Leerstellen füllt. Ob ich dieses
Ziel erreichen konnte, weiß ich so wenig wie jeder Autor, der
sich überhaupt Gedanken über die Rezeption macht. Im Genre
›Kriminalroman‹, dessen unverzichtbarer Bestandteil die
Erzeugung von Spannung ist, denkt man über Dramaturgie und
Spannungbögen jedenfalls nach. Ob die Rechnung aufgeht, weiß
man allerdings nicht. Der Rest ist dann immer das Schreiben für
sich selbst.
Aber die Deutung von
Lebensspuren ist und bleibt mein Lieblingsthema, das ich auch in der
Realität auslebe. Der erste Besuch in der Wohnung von Bekannten:
ich sehe mich unauffällig, aber intensiv um und lasse mir von
der Wohnungseinrichtung, dem Grad der Ordnung oder Unordnung, den
Haustieren, den Büchern & Bildern, dem Kühlschrankinhalt,
der An- oder Abwesenheit von technischen Geräten die Geschichte
ihrer Bewohner erzählen. In meiner Kriminalerzählung
›Valentinstag, der letzte‹21Gabriele Wolff: Valentinstag, der letzte, in: Andrea C. Busch/Almuth Heuner
(Hrsg.): Mord zum Dessert, Gerstenberg Verlag, Hildesheim
2003 (EA), S.8-18; Neuauflage unter dem Titel: Mord zwischen
Lachs und Lametta (2005), der Geschichte
eines gescheiterten Rendezvous, das mit dem Sturz der
siebenundvierzigjährigen Elvira Engel vom Balkon endet, liest
die ermittelnde Kommissarin die Wohnung des Opfers wie ein offenen
Buch. Aus sämtlichen vorhandenen und auch nicht vorhandenen
Spuren offenbart sich ihr das nichtgelebtes Leben von Elvira Engel,
die an jenem Valentinstag einer ultimativen Glücksverheißung
entgegensah. Der Inhalt des Badezimmerschränkchen, Bettbezüge,
das vorbereitete Menü, der übergroße Fernseher,
fehlende Bücher, Mailkontakte zu einem Mann, der sich Roland
nannte, in denen ihm das Opfer ein falsches Bild von sich
vermittelte: alle diese Spuren führen, in einer Mischung aus
rationaler und einfühlender Wertung durch die Kommissarin, zur
Aufklärung des Geschehens, bei dem es sich entweder um Mord oder
Selbstmord hätte handeln können. Wie immer ist auf Aussagen
kein Verlaß: die letzte kryptische, nicht adressierte und nicht
abgesandte Mail des Opfers lautete: „›Helfen Sie mir!
Roland bringt mich um‹ Damit brach die Nachricht ab.“ So
begann die Erzählung. ›Roland bringt mich um den
Verstand‹, hätte die Nachricht vielleicht lauten sollen,
resümiert die Kommissarin, nachdem die wissenschaftliche
Überprüfung der objektiven Spurenlage die absolute
Einsamkeit des Opfers, in dessen Wohnung kein Fremder gewesen war,
belegt hatte. Daß ein verständnisloser Korrektor –
natürlich, ohne die Autorin hierüber zu informieren –
hinter den Anfangssatz „Roland bringt mich um“ einen
korrekten Punkt setzte, ist Autorenschicksal, das gottlob in der
Neuauflage eine glückliche Wendung erfuhr.
Es soll hier, am Schluß,
nicht verschwiegen werden, daß ich das Spurenlegen auch einmal
als Taschenspielertrick betrieben habe, auch hier in den Spuren Mays
wandelnd: „Jedenfalls hat dieses ganze ‹Spurenlesen &
Belauschen› nichts mit ‹versetztem Forschungstrieb›
zu schaffen, wie MAY denn überhaupt, (ich sagte es oben schon),
jedweden wissenschaftlichen Bedürfnisses baar gewesen ist; es
handelt sich vielmehr, vom L I=Standpunkt der Prosatechnik aus
betrachtet, um ein reines Pseudo=Getue: natürlich kann der
Schriftsteller das, was er vorn in eine Geschichte hineinsteckt,
hinten dann nach Belieben wieder herausholen !“22Arno Schmidt: Sitara und der Weg dorthin Eine Studie über Wesen, Werk &
Wirkung KARL MAY’s, in: Bargfelder Ausgabe, Werkgruppe III/2, Zürich 1993, unfoliiertes Inhaltsverzeichnis S.113, rief Arno Schmidt aus. Wo er recht hat, hat er recht. Andererseits
muß man tatsächlich vorne etwas in die Geschichte
hineinstecken, was ja auch keine Kleinigkeit ist...
Der zweite Roman ist
wohl für jeden Autor der schwerste, wenn der erste Anerkennung
und Leserschaft gefunden hat. Wie soll es weitergehen? Ich entschloß
mich, die Hauptfigur des ersten Romans, ›Kölscher
Kaviar‹, die junge Staatsanwältin Beate Fuchs aus Köln,
zur Serienfigur auszubauen und sie mit einem zweiten Fall zu
betrauen. Da ich damals frisch und glücklich verheiratet war
(ACHTUNG! Lesemodell III, das autobiographische!), sollte sich auch
meine ungebundene, in einer WG wohnende Heldin, die gerade
Lebenszeitbeamtin geworden war, verlieben. Das gönnte ich ihr,
war aber die ganze Zeit über unschlüssig, ob sie sich mit
ihrem Lover Wolfgang den Richtigen ausgesucht hatte. Zweifel und
Zuneigung hielten sich die Waage, bis die Lektorin des Verlages
vorschlug, die Heldin auch im zweiten Roman, ›Himmel und
Erde‹23Gabriele Wolff: Himmel und Erde, Verlag am Galgenberg, Hamburg 1991 (EA);
Neuauflage im Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt
a.M. 1993, doch lieber weiter bindungslos zu lassen.
Das Krimiklischee vom einsamen Wolf und der beziehungsgestörten
Karrierefrau war und ist wohl übermächtig, und ich hätte
mich nicht darauf eingelassen, wenn ich damals nicht so unsicher
gewesen wäre. Aber zusätzlich lockte dann doch auch die
Aussicht einer dramaturgischen Verbesserung: wäre es nicht
spannender, wenn der Lover sich als Mittäter erwiese, der das
Vertrauen der Heldin ausgenutzt hätte? Ich folgte diesem Rat und
legte eine Spur: bei einem ihrer Besuche in Wolfgangs Wohnung fällt
Beate Fuchs nun ein besonders kitschiger Gegenstand auf, ein
Glasfeuerzeug, in dessen Innerem sich eine Freiheitsstatue im
Schneegestöber behauptet. Er schenkt es ihr, zumal er nicht mehr
raucht und er auch noch ein identisches anderes hat, wie er mitteilt,
eines mit Empire State Building samt King Kong. Diese auf S.42
gelegte Spur wird dann auf S.161 virulent. Unter den Gegenständen
in der Handtasche der getöteten Hauptverdächtigen, einer
überaus attraktiven Dame, befindet sich jenes
King-Kong-Feuerzeug, und schon entwickelte sich aus dem Kuschelende
der Erstfassung wie von selbst der Dialog einer Farewell-Szene in
Moll.
Beate Fuchs ermittelte
noch in drei weiteren Romanen. Von Liebe, einer glücklichen, dem
letzten Tabu im Kriminalroman, gab es keine Spur.
Anmerkungen:
- Karl May: Winnetou I. Band, Reprint der ersten Buchausgabe von 1893, Bamberg 1982, S.7. ...zurück zum Text
- wie vor...zurück zum Text
- wie vor, S.8...zurück zum Text
- wie vor, S.9...zurück zum Text
- wie vor, S.167...zurück zum Text
- wie vor, S.153...zurück zum Text
- wie vor, S.441...zurück zum Text
- Karl May: Durch Wüste und Harem, Reprint der ersten Buchausgabe von 1892, Bamberg 1982, Vorwort, 1. und 2. Seite, unpaginiert; Autorschaft Mays in: Dieter Sudhoff/Hans-Dieter Steinmetz: Karl-May-Chronik Band I, Bamberg Radebeul 2005, S.427 ...zurück zum Text
- Karl May: Winnetou III. Band, Reprint der ersten Buchausgabe von 1893, Bamberg 1982, S.367...zurück zum Text
- wie vor, S.370f....zurück zum Text
- wie vor, S.371....zurück zum Text
- Arno Schmidt: Sächsischer Janus. (Am 30. März, vor 50 Jahren, starb Karl May), in: Bargfelder Ausgabe, Werkgruppe III/4, Zürich 1995, S.193 ...zurück zum Text
- Arno Schmidt: Sitara und der Weg dorthin Eine Studie über Wesen, Werk & Wirkung KARL MAY’s, in: Bargfelder Ausgabe, Werkgruppe III/2, Zürich 1993, unfoliiertes Inhaltsverzeichnis...zurück zum Text
- wie vor, S.98...zurück zum Text
- wie vor, S.267...zurück zum Text
- wie vor, S.242...zurück zum Text
- Karl May: Mein Leben und Streben, Vorwort, Anmerkungen, Nachwort, Sach-, Personen- und geographisches Namensregister von Hainer Plaul, Hildesheim New York 1975....zurück zum Text
- Norbert Horst: Todesmuster, Wilhelm Goldmann Verlag, München 2005...zurück zum Text
- Gabriele Wolff: Ein dunkles Gefühl, Haymon Verlag, Innsbruck 2006...zurück zum Text
- Gabriele Wolff: Rote Grütze, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a.M. 1994, S.100...zurück zum Text
- Gabriele Wolff: Valentinstag, der letzte, in: Andrea C. Busch/Almuth Heuner (Hrsg.): Mord zum Dessert, Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2003 (EA), S.8-18; Neuauflage unter dem Titel: Mord zwischen Lachs und Lametta (2005)...zurück zum Text
- Arno Schmidt, wie 13, S.113...zurück zum Text
- Gabriele Wolff: Himmel und Erde, Verlag am Galgenberg, Hamburg 1991 (EA); Neuauflage im Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a.M. 1993 ...zurück zum Text