Ein dunkles Gefühl
Kriminaloberkommissarin Friederike Weber, fünfundvierzig, rekonstruiert die letzten
Lebensmonate eines verzweifelt romantischen jungen Mannes, der in
seinem Zimmer tot aufgefunden wird. Seine letzte Besucherin war die
geheimnisvolle Jessica, ein junges Mädchen, das seine Spuren im
virtuellen Raum des Internets sorgfältig verwischte, bevor es
real in Erscheinung trat. Friederike Weber verfolgt die Ermittlung
auch dann weiter, als sie gegen ihren Willen in das Kommissariat für
Sexualdelikte abgeordnet wird. Dort verliert sie alle Gewißheiten
über den Begriff Wahrheit: Ungreifbar wie die literarischen
Phantasiewelten des toten Studenten Markus Vierling sind die
subjektiven Wahrheiten der Täter wie der Opfer. Trügerische
Erinnerungen, psychische Störungen, gesellschaftliche Mythen,
mediale Zerrbilder und Lebensunglück bilden den schwankenden
Grund, auf dem sich die zupackende Ermittlerin mit Herz und Humor
plötzlich bewegen muß. Sie stößt an ihre
Grenzen, als die dreizehnjährige Jenny eine Vergewaltigung durch
den Stiefvater anzeigt und sowohl das Mädchen als auch der alles
abstreitende Beschuldigten durchaus glaubhaft argumentieren. Was weiß
Jennys Mutter? Und wieso war Jenny auf Markus Vierlings Beerdigung?
Nachlässigkeiten bei der Untersuchung und ein politisch
motivierter Eingriff führen zu einer Katastrophe, die den Preis
der Aufklärung unerträglich hoch werden läßt.
Erschienen im:
Haymon Verlag,
Innsbruck, Februar 2006, 256 Seiten (gebundene Ausgabe)
Diana Verlag, München, Januar 2008, 256 Seiten (Taschenbuch Ausgabe)
Vergriffen.
Autorenlesung von der Leipziger Buchmesse, 18.3.2006
